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Meilensteine der Bestandserhaltung

Das Memocon BCP-Einzelblattverfahren und seine Geschichte

1968-1994: Die Initialzündung am Staatsarchiv Bückeburg

Das Staatsarchiv Bückeburg wird mit der Entwicklung neuer Restaurierungsmethoden und rationaler Verfahren für die Massenrestaurierung hochwassergeschädigter Archivalien beauftragt. Nach langer Entwicklungszeit erhält 1987 die Papiertechnische Stiftung München (PTS) den Auftrag, eine Pilotanlage zur Einzelblattentsäuerung als wässrige 3-Bad-Anlage (Fixierung/Entsäuerung/Verfestigung) zu pilotieren. 1994 nimmt das Staatsarchiv in Bückeburg die Pilotanlage als Conservation Machine One (CoMa1) in Betrieb. Die wässrige Einzelblattentsäuerung wird als „Bückeburger Verfahren“ (Memocon BCP: Bückeburg Conservation Process) bezeichnet und setzt bis heute Standards.

1996: Mit Rolf Zinn zum Mengenprozess

Die CoMa1 kann nur geringe Mengen behandeln und ist wirtschaftlich nicht effizient. Deshalb überträgt das Niedersächsische Landesarchiv den Entwicklungsstand an Rolf Zinn und die Neschen AG. Mit hohem persönlichen und finanziellen Einsatz verpflichtet sich Rolf Zinn, den Stand der Technik zu einem massentauglichen Prozess zu entwickeln und dauerhaft den Archiven der Öffentlichen Hand anzubieten.

2000: Mit der EXPO 2000 und ECPA fällt der Startschuss für die Massenentsäuerung

Im Rahmen der Weltausstellung EXPO 2000 in Hannover wird das neue, von Rolf Zinn und der Neschen AG entwickelte „Bückeburger Verfahren“ als effizientes maschinelles 1-Bad-System der Öffentlichkeit vorgestellt. Im selben Jahr veranstalten das Niedersächsische Landesarchiv und das European Centre for Public Affairs (ECPA) einen internationalen Kongress zum Thema „Massenentsäuerung in der Praxis“ mit 187 Teilnehmern aus 28 Ländern. Der Kongress gilt als Startschuss für umfangreiche Investitionen staatlicher Archive in die Massenentsäuerung und somit in die dauerhafte Erhaltung des schriftlichen Kulturgutes.

2004: Rheinisches Konservierungszentrum Abtei Brauweiler als Initialzündung zur Landesinitiative Substanzerhalt

Auf Wunsch des Landschaftsverbands Rheinland zieht die neue Neschen Konservierungszentrum AG nach Brauweiler und siedelt sich innerhalb einer Public Private Partnership als „Rheinisches Konservierungszentrum zur Erhaltung der schriftlichen Kulturgüter“ in Gebäuden auf dem Gelände des LVR Dienstleistungs- und Kulturzentrums Abtei Brauweiler an. Hieraus wird die bis heute erfolgreiche „Landesinitiative Substanzerhalt NRW“ (LISE) initiiert.

2009 Gründung der GSK führt zu zahlreichen Prozessoptimierungen

Die 2009 gegründete Gesellschaft zur Sicherung von schriftlichem Kulturgut mbH (GSK) übernimmt die Geschäftstätigkeit und die Technologie der Neschen Archivcenter AG. Ziel ist es, innerhalb einer eigenständigen, konzernunabhängigen Gesellschaft die weiteren Entwicklungen zur Kulturguterhaltung intensiv vorantreiben zu können. Als Geschäftsführer übernimmt Dipl.-Ing. Oliver Zinn diese Aufgabe und verantwortet zahlreiche Optimierungen der Anlagen- und Prozesstechnik.

2020 Gründung der Memocon und Weiterentwicklungen

Als neu gegründete Gesellschaft übernimmt die Memocon GmbH exklusiv das Wissen und die Technologie zur wässrigen Einzelblattentsäuerung und entwickelt sie weiter.

Memocon Curator – Professional Archive Scan der 2. Generation

Memocon ist wie die vormalige GSK ein vollständiger Systemanbieter für Original und Kopie. Neben restauratorischen und archivischen Dienstleistungen rund um die mechanische und chemische Stabilisierung von Originalen gehören die Digitalisierung des Originals und die Ausbelichtung digitaler Daten auf Film zum festen Bestandteil des Leistungsspektrums.

Die von der GSK entwickelte und bislang einzige archivguttaugliche Mengendigitalisierungsanlage PAS (Professional Archive Scan) wird von der Memocon weiterentwickelt und unter dem Namen „Curator“ in Betrieb genommen. Der neue Memocon Curator verwendet die identische technische Basis, hat aber eine deutlich kompaktere Bauform und aktuellere Steuertechnik. Dadurch ist er hocheffizient, schonend, archivgerecht und bietet viele Verbesserungen, wie zum Beispiel eine schnellere Bildverarbeitung, eine direkte Einbindung in die Datenerfassung Memoscript, eine komfortablere Bedienung, geringere Lärmemissionen und eine deutliche Senkung der Energie- und Betriebskosten.

Memoscript – Digitale Steuerung des Workflows

Memoscript ist das erste Produkt des neuen Memocon Bereichs „Software und IT-Systeme“. Die eigenentwickelte Software zur digitalen Prozesssteuerung auf Objektebene erhöht die Effizienz aller Produktions- und Workflowketten und führt zu einer jährlichen Einsparung von mehr als 400.000 Blatt Papier bei der Dokumentation der Behandlungsschritte. Dem Kunden bietet Memoscript erstmalig eine automatisierte, digitale, restauratorische Dokumentation innerhalb von Mengenverfahren und die damit verbundenen Informationsmehrwerte.